Sonntag, 4. September 2011

Die erste Woche

Nach einem aufregenden ersten Tag, wachte ich nun am Dienstagmorgen auf und brauchte erst einmal einige Sekunden um zu realisieren, dass ich nicht mehr in Deutschland war sondern tatsächlich in Malaysia. Nachdem ich wieder bei voller Besinnung war stand ich auf und schon vor meiner Zimmertür spürte ich schon wieder die Hitze der Tropen, was daran lag, dass während der Nacht ein Ventilator mein Zimmer gekühlt hatte.

Nach einer Dusche ging es aber schon wieder und wir wurden schließlich abgeholt um ins Büro zu fahren – und ja, wir werden immer ins Büro und wieder zurück kutschiert, quasi unser Fahrservice. :D Im Büro bekamen wir von unserm Chef eine Einleitung zum Produkt und quatschten so noch ein wenig über die Touren und Kuching. Danach ging es auch schon wieder nach Hause, da unser Arbeitstag erst 14.30 Uhr begonnen hatte. Was ein anstrengender Arbeitstag. ;)

Am nächsten Tag im Büro, der auch wieder erst 11 Uhr begann (der Chef meinte wir sollte uns noch ein wenig erholen) bekamen wir direkt unsere Aufgabe, und zwar sollten wir die Touren wie in einem Tagesplan einteilen, sodass man sieht wie viel an dem Tag los ist, wohin es für die Gäste hingeht und wer die Tour leitet bzw. was gebraucht wird. Natürlich arbeiteten wir nur an einem Monatsbeispiel als Übung. Die Aufgabe stellt einen ziemlich großen Aufwand da und wir sollten damit einige Tage beschäftigt sein nur die Touren einzutragen. Der schwierigere Teil sollte dann folgen indem wir die Tour Guides einteilen sollten, wobei man vieles beachten muss, z.B. wer eine Lizenz für welche Tour bzw. Gruppengröße hat.

Diese Büroarbeit scheint wohl die eher Langweiligere zu sein, weil man schon nach einer Stunde Eintippen der Touren ziemlich kirre wird, aber trotzdem bekommt man eben mit wie so ein Unternehmen funktioniert und sowas muss eben sein. Dafür gibt es großzügige Pausen zwischendurch, die wir natürlich nutzten um mehr von den derzeitigen Praktikanten zu erfahren, also quasi Weiterbildung, die auch als Arbeit gewertet werden kann.

Die Arbeitszeiten variieren von Tag zu Tag, da wir ja zeitabhängig sind, wann jemand uns abholen bzw. zurückbringen kann. Es kann daher sein, dass wir mal um 9 Uhr abgeholt werden und schon wieder 13 Uhr zu Hause sind, aber eben auch von 9 Uhr bis 17 oder 18 Uhr. Dabei kommt es natürlich auch auf den Umfang der Arbeitsaufgaben an, d.h. wenn wir fertig sind und es liegt nichts mehr an, ist es möglich, dass wir nach Hause geschickt werden. Nach der Arbeit chillt man meist zu Hause und geht dann abends irgendwo Abendessen.

Der Donnerstag war ziemlich gleich von der Arbeit her, nur dass diesmal ausgelost wurde, ob Frederik oder ich unsere erste Tour am Freitag in den Bako National Park begleiten würden. Als Auswahlverfahren wurde der Münzwurf auserkoren, wobei ich schließlich die Entscheidung treffen musste, Kopf oder Zahl? Ich entschied mich für eine Seite – und verlor. Wir bekamen übrigens erst danach mit, warum die Münze geworfen wurde. Natürlich war ich ein wenig enttäuscht, erwartete mich nun schon zum dritten Mal die gleiche Aufgabe im Büro am nächsten Tag (YAY!), wohingegen Frederik wandern gehen durfte. Naja, nach Bako sollte es wohl noch häufiger gehen, die nächsten Monate.

Nachdem der der Freitag wieder eigentlich so war wie die Tage davor, hatten wir den Samstag frei und es wurde ein einmaliger Tag. Wir vier aus unserer Wohnung gingen Kajak fahren, was einmalig war. Trotz eines niedrigen Wasserlevels an manchen Stellen im Fluss wegen der anhaltenden Trockenperiode der letzten Wochen, war es ein Mega Spaß. Wir waren insgesamt eine Gruppe von ca. 15 Personen und lieferten uns Wasserschlachten, genossen den Regenwald, der uns umgab und gingen im Fluss baden. Dabei haben mich die mit Regenwald bedeckten steilen Berghänge wohl am Meisten beeindruckt. Dazu gab es während der Mittagspause in einem kleinen Dorf einen kurzen Exkurs in Pflanzenkunde, da dort viele Sachen, wie Pfeffer, Zitronengras, Koriander sowie Ananas, angebaut wurden.

Leider hat mich die Sonne auf dieser Tour erwischt gehabt, sodass ich mit einem schönen Sonnenbrand nach Hause fuhr. Dies zeigte mir, dass man nicht nur IMMER Sonnencreme dabeihaben, sondern diese auch benutzen sollte. Ansonsten hat man nämlich keine Chance.

Jedoch war der Tag noch nicht zu Ende. Abends feierte eine der derzeitigen Praktikantinnen ihren Abschied. Mit reichlich Alkohol wurde also gefeiert und danach fuhren Frederik und ich noch mit einem Tour Guide weiter um die Bar bzw. Clubszene Kuchings zu erkunden. Der Club in dem wir landeten war wieder einmal ziemlich komisch von den ersten Eindrücken. Man kommt rein und ist umrundet von Asiaten, was ja nach fast einer Woche in Malaysia nicht mehr wirklich verwunderlich sein sollte. Dennoch war es in einem neuen Kontext und es war einfach ziemlich lustig unter den ganzen Asiaten im Club zu sein. Nachdem der Tour Guide verschwunden war, kamen wir mit anderen Leuten ins Gespräch und feierten mit denen dann. Alle waren, wie schon zuvor immer wieder aufgefallen, unglaublich freundlich und unsere Biergläser wurden nie leer sondern wurden immer wieder wie von selbst aufgefüllt – so wie es eben sein muss! :D

Im Laufe des Abends ging es dann noch mit jemand in einen anderen Club und schließlich wurden wir wieder von einer anderen Person im Auto nach Hause gebracht (ich sag ja, alle megafreundlich). Die Namen der Leute, die wir während dieser Zeit kennengelernt haben, kann man sich unglücklicherweise nicht einmal ansatzweise merken, da wir schon Probleme hatten uns die Namen der Kollegen auf Arbeit zu merken. Aber vielleicht könne ich sie noch einmal wiedererkennen. ;)

Das war also meine erste Woche in Kuching. Macht auf jeden Fall Bock auf mehr und die nächste Woche sollte noch um Einiges besser werden!

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