Mittwoch, 16. Mai 2012
Schulanfang
Donnerstag, 19. April 2012
Neujahr mal anders
Über Neujahr hatte sich unsere Reisetruppe ja auf gesplittet, sodass Frederik und ich am 30. Dezember nach Kuala Lumpur flogen um mal einen kleinen Eindruck von der Hauptstadt Malaysias zu bekommen.
Schon vom Flugzeug sah ich himmelweite Unterschiede zwischen Westmalaysia und Borneo. Es war zwar immer noch ziemlich grün, doch waren es jetzt die Palmölfelder, statt normaler Bäume. Plantagen weit und breit, nicht sonderlich schön, wenn man von der Natur Borneos so verwöhnt worden ist.
Vom Flughafen ging es mit dem Bus in die Stadt auf der Suche nach unserem Hostel. Es war insgesamt eine Fahrt die rund zwei Stunden dauerte, soviel zum Thema internationaler Flughafen von Kuala Lumpur. Aber so eine Busfahrt ist ja lustig – ach nee - das war ja eine Bootsfahrt. Naja, wir mussten mit dem Bus leben…
Als die Palmölplantagen gegen Hochhäuser ausgetauscht waren, schienen wir in Kuala Lumpur angekommen zu sein. Wir stiegen China Town aus und hatten mal so gar kein Plan, wo wir hin mussten. Hauptsache gut vorbereitet! Aber clever wie wir von Natur aus nun mal sind, fragten wir uns bei Läden durch. Die konnten uns aber kaum weiterhelfen, sodass wir schließlich einen Taxifahrer fragten. Zum Glück war der etwas kompetenter als alle Taxifahrer in Kuching und konnte etwas mit dem Namen anfangen. Er bot uns darauf an, uns hinzufahren – für 15 Ringgit, was wir aber ablehnten, da nach seiner Beschreibung, das Hostel nicht weit sein konnte. Und so war es dann auch. Einmal kurz die Straße überquert und um die Ecke geschaut und da stand es, das Reggae Mansion. Na also, wie in der Schule, es geht irgendwie auch unvorbereitet…
Als wir durch die Türen des „Hostels“ gingen, konnte ich kaum glauben, dass das eines war. Erster Hinweis war, dass uns jemand die Tür aufhielt beim Eingang, dann war einfach alles weiß… alles. Aber die Preise waren die eines Hostels, also passte das ja. Die Zimmer sind auch ziemlich gut, 16 Personen waren in einem Zimmer und jeder hatte so eine Art Box für sich, die quasi zu zwei Reihen aufeinandergestapelt waren. Kann man sich schwer vorstellen, aber es war megagut.
An diesem Tag liefen wir noch ein wenig rum, auch in die Gegend, wo es ziemlich viele Bars geben soll, aber dort fanden wir irgendwie nur Shopping Malls. Vielleicht waren wir einfach nur zu früh. Wir gingen dann auch relativ früh ins Hostel zurück, erstens weil unsere Eltern uns die letzten Tage ziemlich auf Trapp gehalten hatten, sodass wir fix und fertig waren, aber wir wollten natürlich auch am nächsten Tag ins neue Jahr feiern und bündelten unsere Kräfte deswegen lieber für den darauffolgenden Tag.
Am nächsten Tag machten wir bei einer Stadtrundfahrt vom Hostel aus mit, die wir den vorherigen Tag gebucht hatten. Wir fuhren zu vielen Sehenswürdigkeiten, die ohne Van ziemlich schwierig zu erreichen gewesen wären, da wir schon mitunter 20 Minuten unterwegs waren von der einen zu der anderen Attraktion. So bekamen wir einen kurzen, aber doch ausreichenden Einblick in die Kultur Kuala Lumpurs. Aber die Stadt ist viel, viel chaotischer wie Singapur. Achso, und zum Mittag aß ich zum ersten Mal Lunge, ein wenig zäh, aber gut.
Am späten Nachmittag kamen wir zurück zum Hostel und wir überlegten uns Karten für den Fernsehturm von Kuala Lumpur für das neue Jahr zu holen, die es bei einem anderen Hostel zu vergünstigten Preisen geben sollte. Dort angekommen mussten wir jedoch enttäuscht feststellen, dass es keine mehr gab. So nahmen wir vom Hostel zwei Bücher mit und kauften uns in einem Laden jeder ein großes Bier. Hast du nun davon…!
Nach dem Bier und einem Nickerchen war es schließlich auch schon Partytime. Gefeiert wurde übrigens mit Leuten von der Stadtrundfahrt im Hostel auf dem Dach, wo es eine Bar gab. Der Guide hatte uns auf der Tour ganz groß angekündigt, dass es voll wird und dass sich das Management allerlei Überraschungen ausgedacht hat. Das wollten wir auschecken und Richtung Mitternacht zu den Petronas-Türmen gehen. Dieser Plan wurde aber recht schnell verworfen, da es ziemlich lustig war im Hostel und die Türme konnte man auch vom Hostel aus sehen. Wir würden also nichts verpassen…
Die angekündigten Überraschungen waren ein paar Spiele, letztendlich nur zwei, wo doch so mehr angekündigt wurde. In einem Container wurden so etwas Ähnliches wie Maden geschüttet. Dort sollte man innerhalb von einer Minute vier 50-Ringgit Scheine finden – aber nur mit dem Gesicht. Alles was man fand, durfte man behalten. Und ich meldete mich freiwillig… und fand immerhin zwei! Danach wurde es ein wenig härter, denn nun sollten Personen gegeneinander antreten in einem Spiel, in dem es darum ging mehr von den Würmern zu essen wie die anderen. Es gab wieder einen Geldpreis, die zwei Scheine, die ich nicht gefunden hatte. Da ich diese aber auch noch wollte, meldete ich mich auch diesmal. Ich trat gegen einen Iren, Amerikaner und Engländer oder so an. Jeder bekam in der ersten Runde 5 Löffel und überstand diese. Irgendwie war es komisch, weil wir nicht immer nacheinander drankamen sondern jeder aß mehrere Löffel dieser geschmackvollen Würmer. Die zweite Runde sollte dann schneller gehen, sodass jeder innerhalb von 10 Sekunden so viele Löffel wie möglich essen sollte. Es war automatisch so, dass man sich an seinem Vordermann orientierte, sodass es nicht ganz fair war. Ich war zweiter und aß drei Löffel, einen mehr wie mein Vordermann. Mein Hintermann aß vier und das Mädel danach aß fünf – bzw. fast, denn sie spuckte die Würmer dann doch wieder aus. So gewann der Ire den Wettbewerb und gab uns Verlieren wenigstens noch ein Getränk aus, weil wir ja auch gelitten hätten. Ja, das war so eines meiner Highlights in Kuala Lumpur. Irgendwann war dann noch Mitternacht und wir sahen um uns herum einige Feuerwerke und auch das Hostel hatte Raketen besorgt – 125 wurde uns gesagt. Also, ich habe vielleicht 8 gezählt. Vielleicht hat mir der Alkohol aber auch einen Streich gespielt und es waren nur 5. Es war trotzdem ganz schön. Im neuen Jahr wurde natürlich dann noch ordentlich weitergefeiert bis in den frühen Morgen.
Der nächste Tag war von einem Kater geprägt und nicht dem kuschligen, den man streicheln kann. Wir waren überrascht, denn wir hatten doch am Tag davor genug getrunken. Naja, wir quälten uns durch den Morgen, aus dem Hostel und irgendwann ging ja dann auch under Flug zurück in die Heimat. Dort trafen wir unsere Familien wieder und konnten ausführlich Berichte der vergangenen Tage austauschen.
Das war die Fahrt ins neue Jahr für mich und es war echt gut mal Silvester in T-Shirt und kurzer Hose zu feiern – sehr angenehmes Neujahrswetter! ;-)
Donnerstag, 5. April 2012
Weihnachten am anderen Ende der Welt
Es mangelte nicht an Ereignissen, leider begann die Ankunft der Familie weniger gut. Der Koffer von meinem Vater war irgendwo von Berlin nach Kuching auf der Strecke geblieben. Wir, bzw. in erster Linie mein Vater, nahmen es mit Humor, denn wir dachten, dass er einfach später den Tag ankommen würde. Naja, was soll ich sagen… er tat es nicht! Nicht nur fehlten die Sachen für den dreitägigen Weihnachtstrip, der am nächsten Morgen beginnen würde, sondern in diesem Koffer waren deutsche Essensvorräte für mich, da ich mich nach etwas anderem wie Reis und Nudeln sehnte, wie deutsches Brot beispielsweise. Der Höhepunkt war, dass die von Malaysia Air nicht einmal wussten, wo der Koffer war, sodass wir nur hoffen konnten. Das war definitiv ein holpriger Start in den Urlaub, aber wir konnten ja nichts dagegen machen.
Am Tag der Ankunft versuchte ich meine Eltern und Franzi so viel zu zeigen wie möglich. Wir gingen in das Museum, welches Teil jeder Stadtrundfahrt ist, die wir als Tour Guides durchführen.
Danach zeigte ich ihnen noch meine Wohnung, wo wir einen frisch zubereiteten Saft aus Melone und Mango zu uns nahmen. Schon dort überkam meinen Vater und Franzi die Müdigkeit von dem sehr langen Tag, der noch nicht ganz vorbei war. Zu guter Letzt trafen wir Frederik und seine Eltern beim Top Spot Restaurant um Meeresfrüchte zu essen.
Der Weihnachtstrip beginnt
Nicht nur der fehlende Koffer war ein Problem, sondern mein Vater wurde nun auch noch krank, sodass der Weihnachtstrip recht anstrengend für ihn wurde. Aber alles der Reihe nach. Am Morgen des 24. Dezembers begann unsere Tour, die wir bei Masama JS Adventure Tours gebucht haben, mit den Orang Utans. Normalerweise holen wir unsere Gäste erst nach dem Frühstück ab, aber dieses Mal wollten wir unseren Familien auch das asiatische Frühstück zeigen. Wir holten unsere Familien aber nicht mit einem normalen Masama Van ab, nein, wir hatten den Van weihnachtlich gepimpt und mit grenzenloser Kreativität geschmückt. Der Van verkörperte quasi Slogans wie, Masama – Auf alle Feste vorbereitet! oder Individualität ist unsere Stärke! =)
Zurück zum Frühstück; Nudeln am Morgen sind wirklich nicht jedermanns Sache, sodass ich gespannt war, was meine Eltern und Franzi davon halten würden. Jedoch war der Hunger an diesem Morgen nicht sonderlich groß, was dem spitzen Essen von dem vorherigen Tag geschuldet war, sodass einige das Essen ausließen oder sich eine Portion Kolo Mee teilten, ein Gericht mit gekochten Nudeln und Hühnchen Fleisch.
Anschließend fuhren wir los zu
dem ersten Reisehighlight, den Orang Utans. Dort angekommen, warteten und warteten wir, doch wir sollten an diesem Morgen kein Glück haben. Jedoch sahen wir eine Grubenotter auf einem Ast sitzen. So sahen wir wenigstens unsere erste Schlange auf dieser Tour. Der Plan war auf der Rückfahr noch einmal bei den Orang Utans zu halten.
Vom Rehabilitationszentrum ging es nach Serian auf den Markt, der an diesem Tag unglaublich voll war, weil die Weihnachtstage anstanden. Dadurch war es fast eine Tortur über diesen Markt zu gehen. Zudem war es ziemlich heiß, Regenzeit hin oder her. Mein Vater beschloss bald die Zeit mehr zum Schlafen zu nutzen, damit er recht schnell wieder fit sein würde. Aufgrund der knappen Zeit, die wir hatten, verschoben wir auch unseren Besuch bei der Pfefferfarm auf die Rückfahrt. Also fuhren wir von Serian direkt nach Lachau um unser Mittagessen einzunehmen. Von dort ging es zum Lemanak Fluss, wo das zweite Highlight der Tour wartete, eine Fahrt in einem traditionellen Langboot der Iban. Diese Fahrt dauerte ca. 40 Minuten bis wir schließlich an unserem Reiseziel, dem Langhaus Ngemah Ili, anlangten, was für die nächsten zwei Nächte unsere Heimat sein sollte. Auch ich freute mich ziemlich auf diese Erfahrung, denn ich hatte zwar die Langhäuser besucht, aber nie in einem übernachtet.
Begrüßte wurden wir von den Einheimischen mit dem traditionellen Reiswein oder Tuak. Den um einiges stärkeren Lankau, den Reisschnaps, sollt
en wir auch noch zu Genüge kennenlernen über die Tage. Der restliche Tag verlief ganz entspannt. Wir schauten uns im Langhaus um und abends gab es wieder einmal vorzügliches Essen. Nach dem Essen begann die kulturelle Veranstaltung bei der die Iban einige Tänze vorführten, wir mehr Reiswein und auch Reisschnaps tranken und wir unsere mitgebrachten Geschenke beim Häuptling abgaben. Anschließend wurde in lustiger Runde weiter auf Weihnachten angestoßen bis wir schließlich nach und nach müde wurden und das Bett aufsuchten.
Nachdem wir am nächsten
Morgen unser Frühstück eingenommen hatten, machten wir uns mittels der Langboote flussaufwärts um weitere Einblicke in den Regenwald zu bekommen. Das Ziel war es schließlich eine geeignete Stelle am Fluss zu finden um ein Picknick zu machen, was hieß, dass traditionell gegrillte werden sollte. Nach 45 min Fahrt fanden wir eine passende Stelle und die Iban, machten sich sofort an die Arbeit um alles für ein großartiges Mittagessen vorzubereiten. Der Reis, das Gemüse und Hühnchen wurde dabei in Bambus
gekocht, d.h. in Bambus verpackt und dann über das Feuer gelegt. An einer anderen Stelle wurden Hühnchen und Fisch gegrillt. Nebenbei ging ein frischgeschnitztes Bambustrinkglas herum, welches wie von Zauberhand immer wieder mit Reisschnaps gefüllt war. 
Nach dem Mittagessen wollten wir den Regenwald nun mal so richtig erkunden und wir liefen eine kleine Runde auf der uns unser Guide, Khalik, einiges über verschiedenste Pflanzen erzählte. Als wir wieder bei den Booten ankamen, erfrischten wir uns noch im Fluss, bevor es anschließend zurück zum Langhaus ging. Der restliche Tag verlief entspannt und abends ging wieder einmal der Langkau herum. 
Am nächsten Tag hieß es auch schon Abschied nehmen. Nach der Besichtigung eines kurzen, aber auch intensivem Hahnenkampfes (mehr einer Demonstration) und einer Blasrohrdemonstration, bei der wir uns alle einmal ausprobieren konnten, ging es mit den Langbooten zurück zu unserem Van.
Auf dem Rückweg machten wir noch Halt dort wo der Pfeffer wächst und in einem Park zum Mittagessen. Leider begann es auf dem Weg zu regnen und auch zeitlich hätten wir es nicht mehr zu den Orang Utans geschafft, aber dank Khalik sollten wir es noch einmal am nächsten Tag versuchen, bevor wir zum Bako Nationalpark fuhren. Spät und müde kamen wir wieder in Kuching an. Mein Vater hatte, obwohl immer noch krank, die Tour sehr gut mitgemacht und von dort an sollte es auch bei ihm aufwärts gehen. =)
Bako
Nachdem wir die kulturelle Seite Sarawaks erkundet haben, sollte nun die Natur folgen. Meinem Vater ging es auch wieder besser, sodass wir auf jeden Fall wandern gehen konnten. Zuerst starteten wir einen weiteren Versuch Orang Utans zu sehen. Dieses Mal hatten wir tatsächlich Glück und wir sahen zwei Affen, sodass wir Zeit hatten Fotos und Videos zu machen. Danach ging es weiter nach Bako zur Bootsanlegestelle. Dort verabschiedeten wir uns von Khalik und fuhren mit dem Boot weiter zum Park.
Dort angekommen sahen wir kurz darauf auch schon die ersten Tiere während des Mittagessens als ein Nasenaffe einsam am Strand spazieren ging. Als wir dann zu unserer Unterkunft gingen sahen wir auch noch eine Grubenotter in einem Busch sitzen, dieses Mal um einiges größer wie die bei den Orang Utans. An diesem Nachmittag machten wir uns auch noch auf zu unserer ersten Wanderung, den Trail den wir auch immer mit unseren Gästen liefen. Dabei trafen wir auch noch auf Silberlanguren, die von dem Dach unserer Unterkunft freundlich grüßten und weitere Nasenaffen in den Mangroven. Obwohl es die
ganze Zeit regnete, störte uns dies recht wenig, auch weil wir von den Bäumen gut geschützt wurden. Auf dem Rückweg
sahen wir schließlich auch noch die Dschungelgangster, die Makaken, die uns dieses Mal aber noch einmal passieren ließen.
Am darauffolgenden Tag unternahmen wir eine weitere und längere Wandertour, die uns zu einem weiteren Strand bzw. Aussichtspunkt brachte. Diesmal hatten wir auch Sonnenschein, sodass sich einige von uns sogar einen Sonnenbrand holten.
Eine weitere Nachricht war noch, dass sie endlich den Koffer von meinem Vater gefunden hatten und dieser schon abends in Kuching bei der Unterkunft warten würde.
Nachmittags ging es dann zurück nach Kuching, wo wir den Tag ruhig ausklingen ließen. Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege bis ins neue Jahr. Meine Familie würde nach Singapur fliegen, Frederiks Eltern fuhren nach Permai in eins von den Baumhäusern und Frederik und ich würden in Kuala Lumpur das neue Jahr begrüßen. So sollten wir uns alle erst Neujahr wiedertreffen, alle mit unterschiedlichen Geschichten.
Die Erlebnisse von Kuala Lumpur werde ich etwas später nachreichen, einfach um den Eintrag jetzt nicht zu unterbrechen. =)
Die letzten Tage
Nachdem wir alle gut im neuen Jahr angekommen sind, verbrachten wir den letzten Abend alle gemeinsam in Kuching. Am nächsten Tag sollten meine Eltern und Franzi für die letzten Tage nach Damai fahren in das Permai Rainforest Resort und in den populären Baumhäuser schlafen. Ich konnte sie leider nur hinbringen und musste abends wieder zurück, da am nächsten Tag meine Uni starten sollte. Darüber aber später mehr.
Jedenfalls besichtigten wir noch das Cultural Village und die darauffolgenden Tage hatten sie noch die Chance die Mangrovenfahrten zu machen, d.h. einmal tagsüber und abends, wenn auch die Nasenaffen an die Flussufer kommen. Beide Male sahen sie auch Krokodile, also alles supergelaufen.
Beim zweiten Mal als ich da war, war das Wetter so gut, dass wir auch noch Zeit am Strand verbringen konnten und dann bin ich auch endlich mal den Trail im Resort gewandert, wozu ich bisher nie gekommen war. Kurz gesagt, mir hat es
gefallen und meinen Eltern und Franzi auch. So hatten wir quasi alle Highlights von Kuching abgeklappert, Langhaus, Bako und Damai. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten mit dem fehlenden Gepäck, war der Urlaub doch toll. Es hat Spaß gemacht meinen Eltern und Franzi die Kultur hier ein wenig näherzubringen und jetzt können sie sicher auch mehr damit anfangen, was ich hier so schreibe.
Bei dem Koffer der nachkam wurden die Esssachen übrigens rausgenommen, was bei mir natürlich für ein wenig Enttäuschung sorgte, hatte ich mich doch besonders auf den Käse und die Salami gefreut. Jedoch hatte ich das Glück, dass nicht alle Vorräte in diesem Koffer waren, sodass ich ein halbes Mischbrot, Plätzchen, Pfefferkuchen und Bifis mit nach Hause nehmen konnte. Und all diese Sachen waren lecker….
Das war mein Weihnachten auf Borneo. Hat sich nicht so angefühlt, aber würde ich wieder so machen und sei es nur der Kälte in Europa aus dem Weg zu gehen. ;-)
Samstag, 18. Februar 2012
Weihnachtszeit in Kuching
Ich hatte ja schon erwähnt, dass Singapur sich sehr groß auf Weihnachten vorbereitete. Überall sah man Weihnachtsbäume, Figuren oder dergleichen. Es war ein verdammt aufdringliches Weihnachten, als ob dir ein Verkäufer etwas aufschwatzt, was du eigentlich nicht haben willst. Nur ich wurde von Weihnachten regelrecht verfolgt. Es war überall.
Wie es aber so ist, beginnt man sich mit der Zeit an die neuen Bedingungen anzupassen und die nächsten Wochen schaffte ich es beinahe, Weihnachten komplett auszublenden. Dann auf einmal holte es mich wieder ein als ich das erste Mal in dieser Weihnachtszeit „Last Christmas“ hörte. Ich spürte in diesem Moment nur noch Abneigung. Ich hatte mich gerade mit den neuen Umständen arrangiert und hatte bis dato noch nicht ein einziges Mal dieses Lied gehört, dass ich nicht nur nicht mag, nein, ich würde es kaputttreten und in die Tonne werfen, wenn ich es könnte. Das ist nicht weil es schlecht ist, sondern weil es in meinem Leben einfach schon viel zu oft gespielt wurde. Einfacher gesagt: Weihnachten ließ nicht locker!
In Weihnachtsstimmung kam ich dennoch nicht wirklich. Das schaffte nicht einmal die Weihnachtsparade, die Frederik und ich zufällig eines Abends sahen. Diese war wohl von der kirchlichen Gemeinde organisiert und es waren bestimmt einige Tausend Leute in Kuching’s Zentrum unterwegs. Lustig war nur, dass alle uns „Frohe Weihnachten“ wünschten und es teilweise sogar mehrmals sagten bzw. schrien nur um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Natürlich weil wir weiß sind. Sooft wie an diesem Abend habe ich in meinem Leben noch nicht Frohe Weihnachten gewünscht. Aber es war ganz witzig….
Der Massenauflauf ließ sich außerdem eher mit Fanaufläufen zu Fußballspielen in Deutschland vergleichen, nur dass Weihnachtslieder und ähnliches gesungen wurde statt Fußballparolen.
Meine Weihnachtsvorfreude sollte sich aber nicht direkt auf Weihnachten konzentrieren, sondern eher auf den Fakt, dass meine Eltern und meine Schwester bald kommen würden. Zudem sollten auch Frederik’s Eltern zu diesem Zeitpunkt da sein, sodass schon eine ereignisreiche Reise geplant wurde um ihnen alle wichtigen Highlights in Kuching und Umgebung zu zeigen.
Montag, 13. Februar 2012
Singapur – A Fine City
Möglichkeit das erste Mal etwas anderes in Südostasien zu besuchen, da wir einige Tage von der Arbeit frei bekamen. Da einer der Arbeitstage in dieser Woche auch noch ein Feiertag war, hatten wir eine relativ kurze Arbeitswoche von Dienstag bis… ja das war es auch schon! Am Mittwoch ging es dann vormittags nach Singapur, was wirklich nur ein Katzensprung entfernt ist (knappe anderthalb Stunden) und zudem auch noch sehr preiswert, wenn man mit Air Asia fliegt.Aus der Luft fallen erst einmal die vielen Frachter auf der See auf, die am Anfang nur vereinzelt zu sehen sind, aber umso näher man der Küstenlinie kommt umso zahlreicher werden sie, was schon spektakulär aussieht. Das liegt natürlich daran, dass Singapur einen der größten Frachthäfen der Welt besitzt und genau an der Straße von Malakka liegt. Außerdem konnte ich aus der Luft schon den ersten Blick auf die Skyline von Singapur werfen mit all den Wolkenkratzern. Nach guten drei Monaten Borneo, war der Anblick von so hohen und vielen Gebäuden ein fantastischer Anblick.
Singapur hat ja allgemein den Ruf ziemlich teuer zu sein und wo quasi alles verboten ist (deswegen auch die Doppeldeutigkeit mit Fine City, da Fine Geldstrafe heißt, aber auch schön bzw. gut). Beides ist auch wahr. Von Beginn an sieht man überall Schilder: Kaugummi verboten, kein Essen und Trinken, kein spucken und nicht mal im Fahrstuhl urinieren kann man. Also spätestens da war ich schon wieder fast am Umdrehen. Ich meine kein rumspucken und im Fahrstuhl urinieren, ich wusste nicht, wie ich das fünf Tage ohne aushalten sollte. Aber auf der anderen Seite sind Gesetze ja auch da um gebrochen zu werden... ;-)Vom Flughafen ging es direkt zum
Hostel, dem InnCrowd Backpacker Hostel, welches uns von einer Uniprofessorin in Kuching empfohlen wurde. Das Hostel war preiswert für seine Lage in Little India, dem indischen Viertel, sodass man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Singapur schnell erreichen konnte. Außerdem hatte das Hostel auch noch eine Bar mit sehr preiswertem Bier, was natürlich auch noch ein triftiger Grund war, in diesem statt in einem anderen Hostel zu übernachten.
Nach dem ersten Bier in Singapur gingen wir los um die Stadt ein wenig zu erkunden. Wir bemerkten bald, dass das eigentlich alles zu Fuß erreichbar war, sodass wir von Little India (es laufen wirklich überall Inder lang) Richtung Chinatown liefen, von dort nach Clark Quay (hier findet das Singapur Nachtleben statt, aber auch teuer) sowie Marina Bay und dann zurück.
Zwischendurch liefen wir durch einen Park in dem es auch Chillibäume gab. Diese Schoten waren sehr klein und daher sehr, sehr scharf, aber da wir ja schon knapp vier Monate Erfahrung mit Chilli hatten, probierten wir sie. Schon ein kleiner Bissen genügt und es brennt in meinem Mund, aber irgendwie schmeckt es auch wieder, sodass ich mir eine Chillischote mitnahm so als kleinen Snack zwischendurch.Die Stadt ist sehr schön und sehenswert, sauber und man wird als weiße Person einfach mal nicht angestarrt, weil es viele davon gibt. Die Anonymität in der Großstadt war mal wieder ganz schön.
Da es Ende November war, war alles auch schon weihnachtlich geschmückt, so konnten überall Weihnachtsbäume, Rentiere oder sonst dergleichen bestaunt werden. Daneben standen oft Leute in T-Shirt und kurzer Hose. Bei über 30 Grad fühlte ich mich jedoch alles andere als an Weihnachten erinnert. In den Tropen ist das Wetter eben ein bisschen anders, denn draußen ist es warm und drinnen kalt durch die Klimaanlagen. Es ist ganz witzig, weil wenn man drinnen in der kühlen Luft sitzt und es draußen regnet und das Wetter nur grau in grau ist, wie in Singapur der Fall war, dann guckt man aus dem Fenster und denkt sich, dass man jetzt nicht rausgehen will in dieses eklige kühle Wetter. Dabei ist es draußen sehr viel angenehmer als drinnen, wenn die Klimaanlagen die Raumtemperatur auf 18 Grad abkühlen. Zudem ist es nicht selten der Fall, dass man durch die Straßen läuft, plötzlich neben dir eine Tür von einer Bank oder etwas ähnlichem aufgeht und dir einfach mal ein verdammt kalter Luftstoß entgegen kommt. Das ist sozusagen der tropische Winter, man findet ihn ausschließlich in Gebäuden, aber schneien tut es dennoch nicht.
Mein Highlight ist auf jeden Fall
Marina Bay, weil man dort erstens den Merlion hat, sowie die Skyline von Singapur. Außerdem steht dort auch das neuste architektonische Werk Singapurs, das Marina Bay Sands, ein gigantisches Luxushotel.
Ein weiteres Highlight folgte am Abend. Da wir uns schon seit Monaten quasi nur von Reis und Nudeln ernährten, suchten wir in Singapur nach etwas anderem und wir haben das beste Restaurant gefunden,
das Münchner Hofbräuhaus. Nur witzig, dass ich nach Singapur fliegen muss um mal Münchner Kultur zu erleben. Naja, ich glaube nicht, dass das wirklich München ist, was ich dort gesehen habe, aber das Essen war es definitiv – und das war die Hauptsache.
So gab es für mich Wienerschnitzel mit Bratkartoffeln und Preiselbeeren sowie ein Münchner Lager. Um hier noch einen draufzusetzen: Nachtisch gab es auch noch – Kaiserschmarrn! Mal ehrlich, wie geil ist das?! Und es schmeckte sooooo gut…. Auch wenn es ziemlich teuer war, wahrscheinlich das teuerste Essen, dass ich je bezahlt habe, aber wo ich das hier so schreibe, erlebe ich diese Geschmacksbomben gleich noch einmal… also doch nicht so teuer, einmal bezahlt und zwei Mal geschmeckt! :DDieses Abendessen hatten wir uns aber auch verdient, da wir den ganzen Tag umhergelaufen waren, schon sechs bis sieben Stunden.
Am nächsten Tag besuchten wir den botanischen Garten, da der ganz schön sein sollte und wir schon so lange keinen Regenwald mehr gesehen hatten. Außerdem ist der Garten kostenlos. Natürlich ging es erst los nachdem wir ordentlich ausgeschlafen hatten, also so mittags. Der Garten war auch ganz schön angelegt und wir liefen erst ein paar Stunden da durch und danach ging es schon wieder Richtung Hostel, denn es wartete schon das nächste Highlight auf uns.
Bei unserer Ankunft hatten wir uns für eine Xooter Citytour eingetragen. Ihr fragt euch sicher, was ist ein Xooter, kann ich das essen? Nein, essen kann man es nicht, vielmehr ist das ein stinknormaler Roller mit dem wir dann durch die Straßen fuhren.
Mit dabei waren ungefähr noch sechs andere Personen plus zwei Guides. Als Rollergang fuhren wir durch die Straßen Singapurs und sahen noch einmal viele Sachen, die wir den Tag zuvor schon gesehen hatten. Jedoch war es durch die sportliche Aktivität etwas Neues und machte zudem sehr viel mehr Spaß. Zum Abendessen hielten wir an einem Essenstand für dessen Sitzplätze abends immer die Straße gesperrt wird. Kaum zu glauben, dass dies möglich ist, aber in Singapur funktioniert es. Nach dem gut bekannten Satay zum Abendessen rauschten wir weiter durch die Straßen Singapurs, oft auch auf Wegen auf denen unsere Fortbewegungsmethode nicht unbedingt legal war. Hauptsache Spaß sag ich da….!Nach ca. 5 Stunden war diese Tour vorbei und wir gesellten uns alle in die eigene Hostel-Bar. Solche Touren haben den Vorteil, dass man sehr schnell verschiedene Leute kennenlernt und so saßen wir abends mit einem Amerikanisch-Britischem Pärchen, Bill und Jane, und einem weiteren Berliner, Rudi, zusammen. Das Pärchen war schon etwas älter, aber noch voller Elan und die Geschichten waren einfach immer sehr, sehr amüsant, sodass wir jede Menge zu lachen hatten.
Den darauffolgenden Tag schloss sich Rudi uns an, den wir den Tag zuvor kennengelernt hatten und wir entschieden uns für die Gondeltour, um uns den Mount Faber sowie Sentosa Island anzuschauen. Vom Mount Faber hat man eine super Aussicht über die Stadt und man kann so ganz gemütlich eine Runde dort oben laufen. Auf einer Brücke brachen wir erneut eines der Gesetze und machten ein Wettbewerb, wessen Spucke von einer Brücke zuerst unten auf dem Boden ankommen würde. Zur Erinnerung, spucken ist verboten und wird mit 1000 Singapur
Dollar bestraft. Aber wir waren ja jetzt Mitglieder der berüchtigten Hostel Rollergang und um die Gesetze scherten wir uns deshalb nicht mehr. Sentosa Island ist das Freizeitresort, was derzeit noch erweitert wird und eines der größten Attraktionen Singapurs werden soll bzw. schon ist. Unter anderem gibt es dort ein Aquarium und die Universal Studios. Da dies alles sehr kostspielig ist, schauten wir uns die ganze Geschichte nur einmal an. Den großen Abschluss bildete eine spaßige Fahrt auf etwas Ähnlichem wie einer Sommerrodelbahn bevor es mit der Gondel zurück zum Stadtzentrum ging.Abends saßen wir wieder mit anderen Reisenden im Hostel zusammen und diesmal wurde ein wenig mehr und schneller getrunken, was natürlich auch noch Auswirkungen auf den nächsten Tag haben würde. Aber auch dafür waren wir ja hier.
Der nächste Tag begann wegen der relativ kurzen Nacht erst nachmittags und sollte auch nicht viel bereithalten. Wir rafften uns schließlich auf und wollten uns mal die Orchard Street, die als Shoppingmeile bekannt ist, anschauen. Anscheinend sollte es hier unglaubliche Malls geben. Naja, also so spannend fand ich die jetzt nicht, wobei die Zielgruppe wahrscheinlich auch eher weiblich sein dürfte. Jedenfalls aßen wir dort etwas und fuhren wieder zurück zum Hostel. Dort trafen wir auf neue Reisende und gingen abends mit denen noch etwas essen. Danach gesellten wir uns zusammen mit denen noch ins Hostel und ließen den letzten Abend ruhig ausklingen. Am nächsten Tag sollte es ja schon wieder vorbei sein mit dem Urlaub und es ging zurück nach Kuching.
Vor dem Rückflug, der erst am späten Nachmittag war, schauten wir uns noch den Flughafen an, denn der soll angeblich einer der besten der Welt sein. So spannend ist der Flughafen dann doch nicht, aber sehr übersichtlich und keinesfalls hektisch, was sehr angenehm ist. Überall sieht man zudem die Angry Birds, was momentan so eine Art Modespiel für IPod, IPad, Computer und Handy ist. So kann man, wenn man mit Visa einen bestimmten Betrag zahlt noch einen Angry Bird Kuscheltier dazubekommen. Eine Frau hatte tatsächlich drei Tüten mit Angry Birds, wahrscheinlich neun oder zehn Stück – und die sind ziemlich riesig. Ziemlich verrückt! Die letzte Stunde Aufenthalt schauten wir uns noch den Kaktusgarten an (auch seltsam, dass ein Flughafen sowas hat) und danach guckten wir Tom & Jerry Cartoons – richtig gut! Joa, dat war dit.
Der Rückflug ging ohne Probleme über die Bühne, nur meine Sonnenbrille ist durch irgendeinen blöden Zufall die Rückreise nicht angetreten und ist wohl immer noch in Singapur unterwegs oder hatte gesehen, dass um die gleiche Zeit ein Flug nach Bali ging und lieber den genommen. Naja, Loyalität hat wohl keinerlei Bedeutung für eine Sonnenbrille.
Im Großen und Ganzen ist Singapur auf jeden Fall zu empfehlen, da es sehr multikulturell ist und daher viele verschieden interessante Facetten hat. Da unser Budget nicht groß war, haben wir uns eher auf die kostengünstigen bzw. kostenlosen Sachen fokussiert. Wenn man das Budget hat, gibt es natürlich noch viel mehr zu erleben, wie den Zoo mit der Nachtsafari, die Universal Studios und den Jurong Bird Park. Zudem tat es gut mal wieder mit westlicher Kultur in Kontakt zu kommen, natürlich noch nicht komplett wie in Europa, aber schon sehr nahe dran. Ich konnte hiermit mein erstes Kreuz hinter eines meiner Reiseziele während meines Borneoaufenthaltes setzen.
Freitag, 27. Januar 2012
Touren vorbei, aber das Leben geht weiter … nur anders!
Meine letzte Tour ging Ende Oktober zu Ende und das hieß, dass ich mich nach vier Wochen Touren führen nun von der aufregenden Arbeit als Tour Guide und Übersetzer verabschieden musste. Mein Arbeitsplatz würde sich von da an auf das Büro begrenzen – und den Coffee-Shop gegenüber. Es ist nicht ganz korrekt, dass ich gar keine Tour mehr hatte, denn ich sollte noch eine Tour haben, aber letztendlich war ich dann nur einen Tag für die Gäste zuständig. Dabei hätte mir die Tour gut getan, denn nach nicht einmal zwei Wochen im Büro beginnt man die Touren und die Arbeit als Guide zu vermissen. Zudem hätte diese Tour wahrscheinlich gutes Trinkgeld bedeute, denn für den einen Tag Arbeit hatte ich schon ein schönes Sümmchen bekommen. Die machte es natürlich einerseits zu einem schönen allerletzten Tag als Tour Guide, doch andererseits hätte ich dann doch schon gerne die ganze Woche gemacht. Außerdem waren die Gäste auch wieder ganz nett gewesen… naja, so is dat Leben….
Die Arbeiten im Büro waren sehr simpel und in keinster Weise so herausfordernd wie das direkte Arbeiten mit den Gästen. So erstellte ich viele Statistiken, schrieb ein wenig oder suchte etwas im Internet heraus. Zwischen den Arbeiten kam es aber auch mal vor, dass man ein oder zwei Tage nichts zu tun hatte, was nicht allzu tragisch, zumindest nicht am Anfang, denn ich hatte noch viele Sachen im Internet zu lesen bzw. zu tun. Nebenbei fand ich heraus, dass Kingsoft Spreadsheet, sowas wie Excel, nur 65.536 Zeilen zur Verfügung stellt. Naja, was soll ich sagen, man wird komisch, wenn man nichts zu tun hat!
Zum Glück gab es noch ein Leben außerhalb der Arbeit. Besser gesagt, wir begannen eines zu finden, da es vor diesem Zeitpunkt kaum möglich war rauszukommen, da wir entweder am nächsten Tag früh auf eine Tour mussten oder überhaupt gar nicht da waren aufgrund der Touren. So begannen wir Kuching ein wenig genauer auszukundschaften und stießen dabei auf die Singgahsana Lodge, die ein Hostel ist, aber auch eine gemütliche Bar hat. In dieser Bar kann man Billiard spielen, trifft jeden Tag auf neue interessante Leute und es gibt Bier, sodass wir schließlich schnell Stammgäste wurden.
Natürlich gab es noch mehr in Kuching wie arbeiten und saufen. Ansonsten würde das Leben an so einem tollen Ort schon irgendwie traurig sein. Wir hatten das erste Mal Kontakt zu unserer zukünftigen Universität, die uns zu einem Ausflug einlud. Es sollte zu einem Schiff namens Logo’s Hope gehen, welches als fahrender Bücherladen um die Welt reist und alle zwei Monate in einer neuen Stadt anlegt. Hauptaufgabe ist es Lesen zu fördern und deshalb sind die Bücher, die dort angeboten werden auch ziemlich preiswert. Der Ausflug fand mit einigen anderen internationalen Studenten statt und wir wurden bei unserm Treffpunkt in der Uni sofort von einigen Studenten angesprochen, sodass wir gleich versuchen konnten uns ein paar Gesichter einzuprägen für später. Dies gelang mehr oder weniger gar nicht mal so gut, weil es recht viele waren. Das ein oder andere Gesicht blieb zu meiner Überraschung aber doch in Erinnerung. Der Ausflug war auch ganz schön, da es viele interessente Bücher gab und ich quasi von den Preisen dazu gedrängt wurde Bücher zu kaufen.
Ein anderes Highlight gab es dann die Woche darauf noch für mich. Bei dem Ausflug zu dem Bücherladen-Schiff wurde ich auch noch zu einem Basketballturnier eingeladen; 3 gegen 3 auf einen Korb. Ich freute mich riesig drauf, da mir der Teamsport doch schon fehlt, sodass ich ziemlich dankbar für diese Möglichkeit war. Es sollte an einem Samstag um acht Uhr losgehen, eine verdammt unchristliche Zeit, wenn ihr mich fragt. Aber die Chance Basketball zu spielen wollte ich mir nun einmal nicht entgehen lassen, sodass ich mich sieben Uhr morgens aus dem Bett raffte, naja, es war mehr 7:20. Zehn Minuten zum Duschen und Zähne putzen reicht ja auch. Unten wurde ich dann von meinen zwei chinesischen Mitspielern empfangen. Den einen hatte ich die Woche zuvor kennengelernt, den anderen lernte ich in diesem Moment kennen, Allen und Alvin (aber ohne Chipmunks). Im Auto war deren erste Frage, ob ich schon gefrühstückt hatte und hielten mir ein gepelltes, gekochtes Ei entgegen. Ich schaute auf das Ei und überlegte kurz, ob ich das Ei annehmen sollte aus Höflichkeit um es dann einfach später ins Gebüsch zu werfen oder ob ich es gar essen sollte. Das letztere schien mir dann aber doch zu verrückt und mein erster Gedanke schien mir auch nicht allzu korrekt, sodass ich log und meinte, dass ich ein ausgiebiges Frühstück hatte und ich absolut nichts mehr herunterbekomme. Naja, ich hatte ja noch meine Frühstückswasserflasche…
Angekommen bei dem Platz des Geschehens, bemerkte ich zuerst, dass noch nicht so viel geschah. Einige warfen ein paar Körbe und einige bauten immer noch auf, denn es war tatsächlich alles ein Jugendfest mit vielen verschiedenen Aktivitäten. Es war ca. 7:45 und laut der neuesten Meldung, sollte das Basketballturnier um 8:30 beginnen. Wenig später, es war 9:00 Uhr, bemerkte ich wie es so langsam wärmer wurde. Die Sonne stieg am Himmel empor und tauchte nun auch den Platz, wo die Spiele stattfinden sollten in goldenes Licht. Es sollte nun bald losgehen. Ca. 10 Uhr war es schließlich soweit und das Turnier begann. Ich verstand das System nur halbwegs, aber ich glaube es sollte jeder gegen jeden spielen. Die besten vier würden dann das Halbfinale ausspielen um dann unter sich die Teams für das Spiel um Platz drei und das Finale auszumachen. Jedes Spiel dauerte 2x5 Minuten. Unser Team war ganz okay und ich kam relativ schnell ins Spiel rein. Das einzige Manko waren die fehlenden Auswechselspieler, die jedes andere Team hatte. Dazu kam das immer heißer werdende Wetter, das nicht gerade in unsere Karten spielte. Nach dem dritten Spiel bemerkte ich die innerlich Hitze, die ich auch nicht mehr loswerden konnte, denn es war ja überall heiß und auch kalte Getränke halfen nur bedingt. Es sollten insgesamt noch drei Spiele folgen und es wurde von Spiel zu Spiel schwieriger die Konzentration aufrecht zu halten. Wir schafften es trotzdem unter die ersten vier, was uns zwei weitere Spiele einbrachte. Leider verloren wir das Halbfinale und anschließend das Spiel um Platz drei, was ärgerlich war, denn wären wir dritter geworden, hätten wir 100 MYR gewonnen. Aber Geld hin oder her, war es doch ein ziemlich cooles Erlebnis und es tat gut mal wieder ein bisschen zu zocken. Allerdings fühlte ich das nicht direkt nach dem Turnier, da ich absolut platt war. Nein, ich war platter als platt, als sei ich mehrere Male durch die Sahara gelaufen ohne Wasser und ohne Sonnenschutz, sodass ich mich erst einmal mit meinem neuen Sonnenbrand einen schönen, ausgedehnten Mittagschlaf gönnte.
Von nun an passierten die aufregenden Sachen also abseits der Arbeit, wofür ich auch mal ganz dankbar war, auch wenn die Touren ein absolut tolles Erlebnis gewesen sind. Die Arbeit im Büro gab uns auch die Möglichkeit nach möglichen Urlaustagen zu fragen, die wir dann auch ohne lange Diskussionen bekamen. So hatten wir Ende November/ Anfang Dezember das erste Mal offiziell Urlaub für insgesamt fünf Tage, welche für den ersten längeren Trip draufgehen sollten. Die Wahl viel dann auch ziemlich schnell auf eine größere Metropole, da wir mal wieder unter viele, viele Menschen wollten, wo alles ein wenig durchorganisierter und westlicher ist. So ging es also nach Singapur und darüber gibt es demnächst mehr… =)

