Heute mal ein kleiner Bericht wie ich so die Weihnachtszeit erlebt habe. Also es waren durchweg immer ca. 30°C, sodass ich mich nicht sonderlich auf Weihnachten fokussiert hatte. Doch plötzlich standen mir im Supermarkt Verkäuferinnen mit Weihnachtsmützen gegenüber, aus den Lautsprecherboxen klangen Lieder wie Let it Snow oder White Christmas und es gab Weihnachtsschmuck zu kaufen. Meine erste Begegnung mit Weihnachten in den Tropen war mehr als paradox und auch bei den nächsten wurde es nicht besser. Wie kann man bei solchem Wetter an Weihnachten denken? Nur im Büro bei gefühlten Minusgraden durch die Klimaanlage hätte ich eventuell winterliche Gefühle entwickeln können, aber auch dies hielt sich in Grenzen. Es war übrigens Ende November kurz vor dem Ausflug nach Singapur. Als ich wiederkam, war es noch um einiges heftiger mit dem Weihnachtsschmuck.
Ich hatte ja schon erwähnt, dass Singapur sich sehr groß auf Weihnachten vorbereitete. Überall sah man Weihnachtsbäume, Figuren oder dergleichen. Es war ein verdammt aufdringliches Weihnachten, als ob dir ein Verkäufer etwas aufschwatzt, was du eigentlich nicht haben willst. Nur ich wurde von Weihnachten regelrecht verfolgt. Es war überall.
Wie es aber so ist, beginnt man sich mit der Zeit an die neuen Bedingungen anzupassen und die nächsten Wochen schaffte ich es beinahe, Weihnachten komplett auszublenden. Dann auf einmal holte es mich wieder ein als ich das erste Mal in dieser Weihnachtszeit „Last Christmas“ hörte. Ich spürte in diesem Moment nur noch Abneigung. Ich hatte mich gerade mit den neuen Umständen arrangiert und hatte bis dato noch nicht ein einziges Mal dieses Lied gehört, dass ich nicht nur nicht mag, nein, ich würde es kaputttreten und in die Tonne werfen, wenn ich es könnte. Das ist nicht weil es schlecht ist, sondern weil es in meinem Leben einfach schon viel zu oft gespielt wurde. Einfacher gesagt: Weihnachten ließ nicht locker!
In Weihnachtsstimmung kam ich dennoch nicht wirklich. Das schaffte nicht einmal die Weihnachtsparade, die Frederik und ich zufällig eines Abends sahen. Diese war wohl von der kirchlichen Gemeinde organisiert und es waren bestimmt einige Tausend Leute in Kuching’s Zentrum unterwegs. Lustig war nur, dass alle uns „Frohe Weihnachten“ wünschten und es teilweise sogar mehrmals sagten bzw. schrien nur um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Natürlich weil wir weiß sind. Sooft wie an diesem Abend habe ich in meinem Leben noch nicht Frohe Weihnachten gewünscht. Aber es war ganz witzig….
Der Massenauflauf ließ sich außerdem eher mit Fanaufläufen zu Fußballspielen in Deutschland vergleichen, nur dass Weihnachtslieder und ähnliches gesungen wurde statt Fußballparolen.
Meine Weihnachtsvorfreude sollte sich aber nicht direkt auf Weihnachten konzentrieren, sondern eher auf den Fakt, dass meine Eltern und meine Schwester bald kommen würden. Zudem sollten auch Frederik’s Eltern zu diesem Zeitpunkt da sein, sodass schon eine ereignisreiche Reise geplant wurde um ihnen alle wichtigen Highlights in Kuching und Umgebung zu zeigen.
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