Nach einem sehr angenehmen Flug, obwohl ohne Schlaf für mich, kamen Frederik (ein Kommilitone) und ich schließlich morgens um 6.42 Uhr in Malaysia an. Wir waren in Asien – im tiefsten Asien – so tief, dass wir nicht so einfach umdrehen konnten, falls es uns nicht zusagte. Glücklicherweise spürten wir beide nur die Aufregung endlich unseren Anschlussflug nach Kuching zu bekommen um endlich auf Borneo zu sein, das Ziel unserer Reise, worauf wir schließlich schon seit Monaten hingearbeitet haben.
Doch schon als ich mich ein wenig genauer am Flughafen umsah, bekam ich ein leicht komisches Gefühl – ich fühlte mich so…. groß! Man wächst ja mit den Vorurteilen auf, Asiaten seien klein, aber das man mit 1,80m dann doch so groß ist, hätte ich nicht für möglich gehalten. Das zweite mulmige Gefühl sollte nicht lange auf sich warten lassen. Beim Gate des Anschlussfluges angekommen um an Board zu gehen, bemerkte ich, dass tatsächlich nur noch Asiaten um mich herum sind, keine Touristen weit und breit. Da ich dachte, dass Borneo doch schon ziemlich viele Touristen anzieht, hätte ich mit mehr gerechnet. Nach langem Suchen sah ich schließlich zwei andere Europäer. Nach gründlichem Beobachten kam ich zu dem Schluss, dass es Franzosen sein mussten. Naja, sie können ja nix dafür, ne? ;-)
Auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Kuching, kam ich auch das erste Mal mit richtig asiatischem Essen in Berührung und das heißt, scharfes Essen. Es war Reis und Fleisch – dachte ich. Unglücklicherweise übersah ich das rot-braune Gewürz (wahrscheinlich Chilli), was sich farblich kaum vom Hühnchen und der Soße abhob. Es war schärfer als scharf, wobei es noch heftiger war, weil ich nicht damit gerechnet hatte. Somit hatte ich meine Schwierigkeiten weiter zu essen und sah nur meinen asiatischen Nebenmann, der das Zeug einfach in sich hinein schaufelte. Da war mir klar, dass ich noch einiges zu lernen habe! Aber dafür bin ich ja schließlich hier.
Vom Flugzeug aus sah ich bereits die ersten Traumstrände von denen ich vorher so geträumt hatte, sowie die Regenwaldlandschaften. Borneo schien von oben wie das Paradies. Doch dann als das Flugzeug landete und wir ausstiegen, spürte ich das erste Mal die tropische Hitze – das Einzige, was mich vorher ein wenig ehrfürchtig gemacht hatte! Schnell aber war man in der Flughalle, die wieder klimatisiert war, wo wir von Angestellten der Universität abgeholt wurden.
Die Müdigkeit war wie weggeblasen, alles schien anders, irgendwie total fremd. Die Neugier, was mich außerhalb des Flughafens wohl erwarten würde, hielt mich wach. Vom Flughafen ging es zur Uni und danach zum Büro des Reiseunternehmens, wofür wir die nächsten viereinhalb Monate arbeiten würden. Nach einem kurzen Hallo und Tschüß ging es weiter zur Wohnung. Die Wohnung ist absolut perfekt, groß, geräumig, vier Zimmer, Küche, zwei Badezimmer mit zusätzlicher Toilette. Spartanisch eingerichtet zwar, aber absolut ausreichend.
Da uns das Auspacken nicht weglief, gingen wir die Stadt erkunden mithilfe der einen Praktikantin, die uns schon die ersten Tipps gab um in Kuching zu überleben. Nach meinem ersten Teo peng (schwarzer Tee mit Eiswürfeln – super erfrischend!) ging es wieder zurück zur Wohnung.
Bei dem Versuch auszupacken bin ich schließlich eingeschlafen – war wohl nicht aufregend genug! ;-)
Abends ging es dann noch zum Abendessen, was mich umgerechnet zwei Euro kostete, und in eine Bar, wo wir einige der Tour guides kennenlernten und einige Bierchen tranken … also das gibt’s auf jeden Fall auch hier! :D
Ein absolut langer und aufregender Tag ging zu Ende und ich war einfach nur noch glücklich, schließlich in mein Bett zu kommen! Aber zugleich freute ich mich schon auf das Aufwachen am nächsten Tag und die nächsten aufregenden Sachen, die wir sehen würden!