Über Neujahr hatte sich unsere Reisetruppe ja auf gesplittet, sodass Frederik und ich am 30. Dezember nach Kuala Lumpur flogen um mal einen kleinen Eindruck von der Hauptstadt Malaysias zu bekommen.
Schon vom Flugzeug sah ich himmelweite Unterschiede zwischen Westmalaysia und Borneo. Es war zwar immer noch ziemlich grün, doch waren es jetzt die Palmölfelder, statt normaler Bäume. Plantagen weit und breit, nicht sonderlich schön, wenn man von der Natur Borneos so verwöhnt worden ist.
Vom Flughafen ging es mit dem Bus in die Stadt auf der Suche nach unserem Hostel. Es war insgesamt eine Fahrt die rund zwei Stunden dauerte, soviel zum Thema internationaler Flughafen von Kuala Lumpur. Aber so eine Busfahrt ist ja lustig – ach nee - das war ja eine Bootsfahrt. Naja, wir mussten mit dem Bus leben…
Als die Palmölplantagen gegen Hochhäuser ausgetauscht waren, schienen wir in Kuala Lumpur angekommen zu sein. Wir stiegen China Town aus und hatten mal so gar kein Plan, wo wir hin mussten. Hauptsache gut vorbereitet! Aber clever wie wir von Natur aus nun mal sind, fragten wir uns bei Läden durch. Die konnten uns aber kaum weiterhelfen, sodass wir schließlich einen Taxifahrer fragten. Zum Glück war der etwas kompetenter als alle Taxifahrer in Kuching und konnte etwas mit dem Namen anfangen. Er bot uns darauf an, uns hinzufahren – für 15 Ringgit, was wir aber ablehnten, da nach seiner Beschreibung, das Hostel nicht weit sein konnte. Und so war es dann auch. Einmal kurz die Straße überquert und um die Ecke geschaut und da stand es, das Reggae Mansion. Na also, wie in der Schule, es geht irgendwie auch unvorbereitet…
Als wir durch die Türen des „Hostels“ gingen, konnte ich kaum glauben, dass das eines war. Erster Hinweis war, dass uns jemand die Tür aufhielt beim Eingang, dann war einfach alles weiß… alles. Aber die Preise waren die eines Hostels, also passte das ja. Die Zimmer sind auch ziemlich gut, 16 Personen waren in einem Zimmer und jeder hatte so eine Art Box für sich, die quasi zu zwei Reihen aufeinandergestapelt waren. Kann man sich schwer vorstellen, aber es war megagut.
An diesem Tag liefen wir noch ein wenig rum, auch in die Gegend, wo es ziemlich viele Bars geben soll, aber dort fanden wir irgendwie nur Shopping Malls. Vielleicht waren wir einfach nur zu früh. Wir gingen dann auch relativ früh ins Hostel zurück, erstens weil unsere Eltern uns die letzten Tage ziemlich auf Trapp gehalten hatten, sodass wir fix und fertig waren, aber wir wollten natürlich auch am nächsten Tag ins neue Jahr feiern und bündelten unsere Kräfte deswegen lieber für den darauffolgenden Tag.
Am nächsten Tag machten wir bei einer Stadtrundfahrt vom Hostel aus mit, die wir den vorherigen Tag gebucht hatten. Wir fuhren zu vielen Sehenswürdigkeiten, die ohne Van ziemlich schwierig zu erreichen gewesen wären, da wir schon mitunter 20 Minuten unterwegs waren von der einen zu der anderen Attraktion. So bekamen wir einen kurzen, aber doch ausreichenden Einblick in die Kultur Kuala Lumpurs. Aber die Stadt ist viel, viel chaotischer wie Singapur. Achso, und zum Mittag aß ich zum ersten Mal Lunge, ein wenig zäh, aber gut.
Am späten Nachmittag kamen wir zurück zum Hostel und wir überlegten uns Karten für den Fernsehturm von Kuala Lumpur für das neue Jahr zu holen, die es bei einem anderen Hostel zu vergünstigten Preisen geben sollte. Dort angekommen mussten wir jedoch enttäuscht feststellen, dass es keine mehr gab. So nahmen wir vom Hostel zwei Bücher mit und kauften uns in einem Laden jeder ein großes Bier. Hast du nun davon…!
Nach dem Bier und einem Nickerchen war es schließlich auch schon Partytime. Gefeiert wurde übrigens mit Leuten von der Stadtrundfahrt im Hostel auf dem Dach, wo es eine Bar gab. Der Guide hatte uns auf der Tour ganz groß angekündigt, dass es voll wird und dass sich das Management allerlei Überraschungen ausgedacht hat. Das wollten wir auschecken und Richtung Mitternacht zu den Petronas-Türmen gehen. Dieser Plan wurde aber recht schnell verworfen, da es ziemlich lustig war im Hostel und die Türme konnte man auch vom Hostel aus sehen. Wir würden also nichts verpassen…
Die angekündigten Überraschungen waren ein paar Spiele, letztendlich nur zwei, wo doch so mehr angekündigt wurde. In einem Container wurden so etwas Ähnliches wie Maden geschüttet. Dort sollte man innerhalb von einer Minute vier 50-Ringgit Scheine finden – aber nur mit dem Gesicht. Alles was man fand, durfte man behalten. Und ich meldete mich freiwillig… und fand immerhin zwei! Danach wurde es ein wenig härter, denn nun sollten Personen gegeneinander antreten in einem Spiel, in dem es darum ging mehr von den Würmern zu essen wie die anderen. Es gab wieder einen Geldpreis, die zwei Scheine, die ich nicht gefunden hatte. Da ich diese aber auch noch wollte, meldete ich mich auch diesmal. Ich trat gegen einen Iren, Amerikaner und Engländer oder so an. Jeder bekam in der ersten Runde 5 Löffel und überstand diese. Irgendwie war es komisch, weil wir nicht immer nacheinander drankamen sondern jeder aß mehrere Löffel dieser geschmackvollen Würmer. Die zweite Runde sollte dann schneller gehen, sodass jeder innerhalb von 10 Sekunden so viele Löffel wie möglich essen sollte. Es war automatisch so, dass man sich an seinem Vordermann orientierte, sodass es nicht ganz fair war. Ich war zweiter und aß drei Löffel, einen mehr wie mein Vordermann. Mein Hintermann aß vier und das Mädel danach aß fünf – bzw. fast, denn sie spuckte die Würmer dann doch wieder aus. So gewann der Ire den Wettbewerb und gab uns Verlieren wenigstens noch ein Getränk aus, weil wir ja auch gelitten hätten. Ja, das war so eines meiner Highlights in Kuala Lumpur. Irgendwann war dann noch Mitternacht und wir sahen um uns herum einige Feuerwerke und auch das Hostel hatte Raketen besorgt – 125 wurde uns gesagt. Also, ich habe vielleicht 8 gezählt. Vielleicht hat mir der Alkohol aber auch einen Streich gespielt und es waren nur 5. Es war trotzdem ganz schön. Im neuen Jahr wurde natürlich dann noch ordentlich weitergefeiert bis in den frühen Morgen.
Der nächste Tag war von einem Kater geprägt und nicht dem kuschligen, den man streicheln kann. Wir waren überrascht, denn wir hatten doch am Tag davor genug getrunken. Naja, wir quälten uns durch den Morgen, aus dem Hostel und irgendwann ging ja dann auch under Flug zurück in die Heimat. Dort trafen wir unsere Familien wieder und konnten ausführlich Berichte der vergangenen Tage austauschen.
Das war die Fahrt ins neue Jahr für mich und es war echt gut mal Silvester in T-Shirt und kurzer Hose zu feiern – sehr angenehmes Neujahrswetter! ;-)











