Dienstag, 27. September 2011

Als mein Handy Geschichte wurde

Es war an einem relativ sonnigen Tag in Permai, an der Küste Borneos. Ich glaube es war ein Mittwoch – oder ein Donnerstag. Naja is ja auch egal… Es war warm - nein heiß. Man könnte fast sagen, Stehen konnte an diesem Tag zu den Extremsportarten gezählt werden. Nur gut, dass es bei der Tour an diesem Tag mit dem Boot raus aufs Wasser ging, sodass der Fahrtwind für eine angenehme Luftbrise sorgte. Es war die Tour bei der wir nach Delfinen und Krokodilen suchen, sowie das Mittagessen auf der Schildkröteninsel Satang genießen würden.

Die Tour begann fantastisch als wir eine große Gruppe von Delfinen bei der Jagd beobachten konnten. Danach sahen wir ein über drei Meter langes Krokodil in den Mangroven, das sich erst für drei Minuten versuchte sich vor uns zu verstecken, bis es sich schließlich geschlagen geben musste und ins Wasser flüchtete. Tz, Feigling! Es sollte das einzige Krokodil bleiben, was wir sehen würden. Unser Ruf eilte uns wohl schon voraus.

Wir ließen die Mangroven hinter uns und steuerten die Satang-Insel an. Doch bevor es an Land ging, bekamen wir die Chance die Unterwasserwelt vor der Insel unter die Lupe zu nehmen. Arbeit macht Spaß! ;)

Ich schnappte mir meine Kamera, Flossen und Tauchbrille samt Schnorchel und ab ging‘s ins Wasser. Die Korallen gehören natürlich nicht zu den farbenvielfältigsten, aber es war eine extrem schöne Sache, weil ich das erste Mal Bekanntschaft mit Flossen und Schnorchel machen konnte. Demzufolge hatte ich anfangs Schwierigkeiten mit der Atmung und habe den einen und anderen Schluck Salzwasser eingenommen. Das lag aber teils auch an der Kamera in meiner einen Hand, wodurch meine Schwimmweise wohl eher der eines beschränkten Seehunds glich. Aber Hauptsache Spaß! :D

Nach ca. 20 Minuten war das Schnorcheln beendet und gerade als der letzte Gast im Boot war, entdeckte ein anderer Gast etwas im Wasser. Es glänzte und hatte eine rechteckige Form. Schnell war uns allen klar, dass konnte kein Fisch sein und auch andere Sachen wie Steine sowie Korallen wurden schnell ausgeschlossen. Schließlich hatte einer der Gäste die Antwort: Es war ein Handy! Schnell wurde darüber gelächelt und man dachte Sachen wie: Wer nimmt denn ein Handy mit ins Wasser! oder Ha Ha!!! Das einzige Problem war, ich konnte nicht darüber lachen, denn ich erinnerte mich in diesem Moment an den Morgen und wie ich mein Handy in die Hosentasche gesteckt hatte. Ich sah das Handy und fühlte meine Hosentasche – leer! Hmm, blöd gelaufen bringt es nicht ansatzweise auf den Punkt, aber was soll man in diesem Moment machen. Ich beschloss, das einzig Richtige zu tun und schubste den einen Gast von Bord mit der Bitte mein Handy zu holen (natürlich wurde diese Person in keinster Weise dazu gedrängt, dass Handy zu holen, sondern dies geschah auf absoluter Freiwilligenbasis). Ich war natürlich sehr dankbar, aber ich hatte schon die leise Vorahnung, dass es das Ende der Ära meines Handys sein würde – und ich sollte Recht behalten! Ich versuchte alles, Süßwasser zum Abspülen, trocknen, pusten, pflaster… nichts half… später an diesem Tag würde sich das Handy in einem Mülleimer wiederfinden.

Aber wo Schatten ist, ist auch Licht, sodass ein neues Handy das Glück hat in meinem Besitz zu sein! Das Alte wird aber nicht vergessen und wenn ich daran gedacht hätte, dann würde jetzt hier ein letztes Foto erscheinen, aber wie gesagt – blöd gelaufen!

1 Kommentar:

  1. Faszinierend, auf welche Art und Weise man seine Habseligkeiten so loswerden kann. Und wie unterschiedlich die Güterverteilung auf der Welt sein muss. Ihr schmeißt eure Handys weg, uns werden sie abgezogen (mir noch nicht^^ noch).

    AntwortenLöschen