Diesen Teil der Tour mit den verbliebenen zwei Personen werde ich nicht als Tagesübersicht wiedergeben, da ich schon in der Vergangenheit von den Langhäusern und der Tour berichtet habe.
Die Fahrt nach Batang Ai
Wovon ich noch nicht berichtet habe ist die Fahrt nach Batang Ai, soweit ich mich zurückerinnern kann. Das ist ziemlich seltsam, da die Fahrt zwar relativ lang ist, aber man viel zu sehen bekommt und an einigen interessanten Stellen anhält. Zuerst ging es mit dem Van nach Kuching um das schwere Gepäck im Hotel zwischenzulagern, denn mit wenig lässt es sich besser reisen. Der nächste Stopp war in Serian auf einem Frischwarenmarkt südlich von Kuching. Diesen Markt gibt es täglich, wo sich malaysische und indonesische Händler treffen um ihre Ware zu verkaufen. Als ich dort das erste Mal war, kannte ich die meiste angebotene Ware nicht. – Und wenn ich es mir jetzt recht überlege, hat sich daran nicht sehr viel geändert, obwohl ich schon viel mehr auseinanderhalten kann. Aber das Problem, dass man mit seinen Gästen über den Markt geht und dann manchmal den Schultern zucken muss, wenn man gefragt wird, was denn dieses oder jenes sei. Meistens schlägt man vor, dass man ein Foto nehmen könnte um dann anschließend den Guide zu fragen. Dieser ist meistens sofort das Essen einkaufen für den nächsten Tag im Langhaus. Aber einfacher ist es selbst direkt die Waren zu zeigen, die man kennt um Fragen von Anfang an aus dem Weg zu gehen.
Nachdem wir an den Gemüse-und Früchteständen vorbeigegangen sind, kamen wir zu dem Teil des Marktes, wo man etwas zu essen bzw. Süßes kaufen konnte. Dieser Teil ist auch häufig sehr beliebt unter den Gästen, kann man doch viele neue Sachen ausprobieren. An diesem Tag hatte ich das Glück und wurde einige Male von meinen Gästen eingeladen. Anschließend kamen wir zum Fischmarkt an dessen Ende leider auch illegale Tiere angeboten werden, wie beispielsweise Python bzw. Eidechse oder Krokodil (es könnte beides gewesen sein, wobei ich eher zu Eidechse tendiere). Solche Aktivitäten gibt es eben auch, besonders auf dem Land, aber man muss eben auch berücksichtigen, dass viele Leute in Armut leben und auf das Geld von solchen Waren angewiesen sind. Aber schön ist sowas natürlich nicht und so etwas müsste bekämpft werden.
Nach dem Besuch des Frischwarenmarktes ging die Reise weiter und der nächste Stopp war eine Pfefferfarm. Ja, wir waren jetzt dort, wo der Pfeffer wächst! Dort erzählte ich mehr über den Pfefferanbau in Sarawak und wie dieser hergestellt wird.
Von dort aus geht es dann zum Mittagessen in einen kleinen Ort nahe der indonesischen Grenze. Das Essen ist auch dort köstlich und ich kann mich an keinen Ort erinnern, wo ich das Essen mal nicht gut fand. Ich glaube dafür muss man hier schon ziemlich suchen. In diesem Ort kauft man dann auch die Geschenke für die Iban. Die Geschenke sind sehr wichtig und es sollte viel sein, wobei die Qualität relativ egal ist. Deswegen kauft man meistens Süßigkeiten für die Familien. Die Quantität ist deswegen wichtig, da die Iban sehr auf Fairness achten und das keine Familie mehr wie die andere bekommen darf. Da in einem Langhaus normalerweise ungefähr 35 bis 40 Familien wohnen, ist es wichtig viel zu kaufen.
Vollgefuttert ging es dann auf die letzte Etappe nach Batang Ai, die auch noch einmal rund zwei Stunden dauerte. Wie gesagt, es ist eine ziemlich lange Fahrt, welche aber angenehmer gestaltet wird durch die Zwischenstopps und die Landschaft, die man zu Gesicht bekommt, denn man fährt vorbei an Reisplantagen, Regenwaldflächen, Hügeln und Palmölplantagen (welche man nicht sooft sehen müsste, aber es ist dennoch interessant diese mal zu sehen).
Letztendlich kommt man müde und geschafft am Batang Ai Stausee an und freut sich schon auf das Langhaus Resort. Jedenfalls geht es mir immer so, aber der Ausblick kurz darauf am Pool relaxen zu können, macht es dann doch wieder erträglich. Mit der Fähre setzen wir rüber in das Resort und können den Tag von dort an frei gestalten.
Der Besuch im Langhaus
Heute ging es also für mich wieder einmal zu einem Besuch ins Langhaus, was eigentlich immer schön ist. Dieser Ausflug sollte allerdings der bisher Beste werden. Am Abend zuvor hatte ich noch erfahren, dass ich zwei Tage später, bevor ich meine jetzigen Gäste zum Flughafen bringe, zuerst meine neuen Gäste abholen würde. Klang für mich im ersten Moment ziemlich seltsam, da es auch von der Zeit her knapp bemessen war, aber es sollte alles funktionieren. Aber es bestätigte sich, dass es im Oktober Schlag auf Schlag mit den Touren ging.
Als wir im Langhaus waren, zeigte ich meinen Gästen zuerst die Umgebung und dann das Langhaus selber. Nachdem wir dies geschafft hatten, ging es schon los mit dem Kriegs-und Willkommenstanz sowie dem ersten Reiswein bzw. –schnaps. Nach den Tänzen sahen wir uns noch etwas mehr um bevor wir ein Blick in das Zimmer des Häuptlings warfen und schließlich in seine Küche, wo unser einheimischer Guide das Mittagessen zubereitete. Dort war auch derjenige, der den Kriegstanz aufgeführt hatte, der uns sofort zu weiterem Reisschnaps einlud. So saßen wir also in der Runde und das Glas ging reihum und die Reisschnapsflasche leerte sich immer weiter. An einem bestimmten Punkt meinten die Gäste dann auch, dass sie einen Gang runter schalten müssten. Auf jeden Fall war es ziemlich lustig in so einer Runde zu sitzen, einfach nur mit den Einheimischen zu reden und einen mit ihnen zu trinken. So hatte man das Gefühl die gesamte Gastfreundschaft von den Einheimischen zu erfahren und deren Kultur recht nahe zu sein. Das hatte ich vorher so noch nicht erlebt, dass sich die Gäste so einfach mit zu den Einheimischen setzen und einfach auch die Nähe zu der fremden Kultur aktiv suchen. Das fand ich richtig gut!
Das Mittagessen war dann noch ein weiteres Highlight, denn zu den bisher bekannten Sachen, kam noch Fisch dazu – genauer gesagt. Red Tilapia. Lecker, fantastisch trifft es nicht einmal im Geringsten. Das war der beste Fisch, den ich in einer sehr, sehr langen Zeit gegessen habe. Auch die Gäste waren von der Kochkunst unseres einheimischen Guides begeistert und meinten, dass das Essen im Langhaus besser war wie in dem Resort, welches nebenbei von Hilton verwaltet wird. Daher sollte unser Guide sich mal als Chefkoch in dem Resort bewerben. Er meinte aber nur, dass er nicht gerne an einem festen Platz ist und lieber rumkommt. So ist es definitiv auch gut.
Das waren die Highlights des Tages. Ich sollte mich schon fünf Tage später wieder hier befinden, mit neuen Gästen. Die Rückfahrt am nächsten Tag nach Kuching verlief ohne große Ereignisse, wobei wir wieder einige Stopps einlegten, u.a. sahen wir einen Iban-Friedhof, wilde Orchideen und Kannenpflanzen. Dann machten wir noch in einem beliebten Familienpark Halt um Mittag zu essen. Geschafft von der Fahrt kamen wir dann in Kuching an und ich freute mich auch mal wieder zu Hause zu sein. Am nächsten Tag sollte meine erste Tour dann endgültig zu Ende gehen, aber zugleich auch eine neue beginnen. Besonders mit dem letzten Teil dieser Tour war ich sehr zufrieden und die Gäste hätten nicht besser und freundlicher sein können. Ich war auf jeden Fall glücklich, dass es ihnen gefallen hat, denn darauf kommt es letztendlich an. Es ist ein gutes Gefühl, wenn die Gäste am Ende sagen, dass es ihnen sehr gefallen hat und speziell bei diesen Gästen, dass das Langhaus mit das größte Highlight in diesem Urlaub war.